Verfasst von: myrrdin | November 15, 2009

Ein kleiner Trip muss sein

An diesem Wochenende hab ich mich dazu entschlossen nicht nur äußerst antriebslos in der warmen Bude vor mich hin zu vegetieren und bin zu Nina nach Utrecht gefahren, mit dem Ziel in Amsterdam vorbeizuschauen.

Vorher haben wir in Utrecht noch den Sinterklaas gesehen. Dieser kommt passend rassistisch in Begleitung seiner schwarzen Helferlein, den zwarte Pieten. Diese geben den Kindern (nicht mir) Süßigkeiten und geleiten seinen Schimmel, der eigentlich über die Dächer fliegen sollte.

Hierfür verkleiden sich die Kinder ganz süß und sind Feuer und Flamme.

coll1

Sinterklaas und der zwarte Piet

Man sieht dann also einen Haufen als schwarze verkleidete Weiße in seltsamen Kostümen durch die Straßen fahren (mit dem Fahrrad) und diesen alten Mann auf dem Pferd. Die Kinder fandens toll. Ich also auch.

Mit dem Zug ging es dann in 25 Minuten nach Amsterdam. Eine Stadt die im Nachhinein betrachtet hauptsächlich aus Touristen, Gras und Sex besteht. Meistens auch alles zusammen.

Aus dem Bahnhof kommt man direkt in das Chinesenviertel, in dem die Straßennamen augenscheinlich auch auf Chinesisch geschrieben stehen.

Ansonsten sieht man dort viele Coffeeshops. Eigentlich ist es sogar schwerer ein normales Café zu finden. Die Stadt scheint sich gut an den Strom der Touristen angepasst zu haben. Diese können aus dem Bahnhof herausgehen, landen dann in den Coffeeshops, kaufen sich ihr Gras und Pilze. Gehen danach breit in den Rotlichbezirk, der auch gleich angrenzend ist und tun was man dort so tut, bevor dann in einen der Clubs der Tag beendet wird oder man fährt gleich weiter. Wir haben uns also einfach den großen weißen Penis angeschaut, das Wahrzeichen der Stadt. Und sind dann auf der Suche nach einem Pub, das zwei Kriterien erfüllen sollte (Sitzen + Fußball) endlos im Rotlichbezirk umhergeirrt, weil wir den Ausgang nicht mehr gefunden haben.

col2

Amsterdam- Japanisches Viertel, Rotlicht, Plastikflaschen an der Oude Kerk, Pimmel

War ein sehr schöner Trip muss ich sagen, obwohl ich an Amsterdam auch nach dem dritten Mal  noch nichts finden kann.

Wenn Nina im Gegenzug mich besuchen kommt fahren wir zusammen mit dem Rad nach Poppenwier in Friesland. Das wird ein Spaß!

Verfasst von: myrrdin | November 15, 2009

Friesische Freuden

Im Winter gibt es im Friesland nicht viele Dinge, die man tun kann.

Es gibt viele Kanäle, viel Wasser rundum. Das Wetter ist mies.

Eigentlich sollte man doch auch etwas drinnen machen können. Tee trinken?

Das Wetter ist in der Tat so mies das die Friesen Schlittschuhlaufen gehen, in einer Eishalle. In Heerenveen sogar eine ziemlich große.Das Event besteht jetzt darin so schnell man kann im Kreis zu fahren. So richtig wie die Friesinger, oder die Pechstein. Nur leider fährt man auch nur im Kreis wenn man eher ein Anfänger ist. Nicht das ich einer wäre, aber ich bin es halt auch nicht gewohnt permanent im Kreis zu fahren… Für 3 Stunden.

Verfasst von: myrrdin | September 20, 2009

Neues Kapitel

Es ist Zeit, dass ein weiteres Kapitel in meinem Buch des Lebens aufgeschlagen wird. Es könnte die Überschrift „Generation Praktikum“ tragen. Allerdings wissen wir ja alle, dass dieser Begriff eigentlich schon seine Existenzberechtigung verloren hat. Außerdem mache ich ja ein Pflichtpraktikum.

Es könnte natürlich auch die Überschrift „Im Land der Kiffer“ tragen, oder andere Vorurteile bestätigen, was ich jetzt nicht näher ausführen möchte.

Allerdings wollte ich nur das süße kleine Nachbarland besuchen, dass wir jeden Sommer mit unseren arroganten Bratwurst und gutes Brot wollenden Bäuchen überschwemmen. In der Tat ist es selbst in Friesland, wo ich mich die nächsten 6 Monate aufhalten werde sehr nett und putzig. In anderen Teilen der Niederlande hört man nicht unbedingt besonders viel gutes über diese eigenwillige Region deren Bewohner sogar vor den eigenen Landsleuten eine Geheimsprache haben, die sich Fries nennt.

Ich wohne auch allein, was bedeutet, dass Besuch stets willkommen ist.

de waterpoort

de waterpoort

Verfasst von: myrrdin | August 10, 2009

Besuch

Dies dürfte wahrscheinlich der letzte Blogeintrag von mir aus Japan sein.

Ich hatte in letzter Zeit sehr wenig von jener und deshalb konnte ich leider nichts veröffentlichen. Ich bin mittlerweile schon aus meiner Bude ausgezogen und schon 10 Tage mit meinen Eltern quer durch Japan gereist.

Dabei hatten wir unendlich viel Glück. Haben zum Beispiel zwei traditionelle Hochzeiten gesehen, 2 rieisge Feuerwerke angeschaut, ein Erdbeben gefühlt, waren zur Erinnerungsveranstaltung am 6ten August in Hiroshima und jetzt auch noch der Taifun.

Heute ist deren letzter Tag in Tokyo und morgen fahren wir nach Kawaguchi um hoffentlich in der Lage zu sein, auf Fuji San zu steigen. Das ist natürlich Wetter und Körperverfassungsabhängig.

Auf der Reise waren wir in Kyoto, bei ungefähr 34-35°C und in Nara. Sind dann nach Hiroshima gefahren, wo wir uns Miyajima sowie den Friedenspark angesehen haben. Kyoto war mein Hauptaugenmerk, da ich es persönlich am schönsten finde. Die ganzen Tempel und Gärten waren echt auch im Sommersuperschön. Aber man kann sicher vorstellen, wie atemberaubend wundervoll sie im Herbst und Frühling sind.

Meine Eltern haben sich auch eine lange Liste mit Eigenartigkeiten gemacht. Hier ein kleines Beispiel:

- auf der Rolltreppe stehen alle links (oder rechts)

- ein Angestellter putzt dabei den Handlauf

- Schaffner verbeugen sich beim Rein und Rausgehen im Waggon

- Bauarbeiter machen Pausengymnastik

Am 14. August fliegen die beiden dann leider schon wieder nach Hause und ich folge ihnen am 17ten dann.

Wir sehen uns dann im meiner Erwartung nach wenig witzigen Deutschland, oder eben eventuell auch nicht…

Verfasst von: myrrdin | Juli 2, 2009

noch ein wenig Sightseeing

Bevor die Zelte abgebrochen werden muss man sich ja noch ein wenig Land und Leute anschauen und weil das Wetter am letzten Wochenende noch einmal schön war sind wir mit meinem Laborkollegen Takemura in seinem viel zu kleinen Auto nach Zao gefahren um uns den Kratersee O-Kama anzuschauen. Bei japanischen Touristen ebenso beliebt mussten wir schon ein Stück rundherum laufen um etwas ungestörter zu sein. Japanische Touristen sind in Japan genauso wie in Europa, man kann sich die ganze gut ausgerüstete Truppe also ganz gut vorstellen.

wenn es nur ein Motiv gibt macht man da schonmal mehrere Fotos von ...

wenn es nur ein Motiv gibt macht man da schonmal mehrere Fotos von ...

Verfasst von: myrrdin | Juli 2, 2009

Ganz Japan ist eine Waldorfschule

So langsam geht meine Zeit hier dem Ende zu und mein Kollege meinte schon dass er mental in zwei Wochen abgeschlossen hat. Grund zu großer Trauer gestern beim letzten großen Karaoke. Viele Dinge sind seit dem letzten Eintrag geschehen doch mit dem näherrückenden Ende steigt auch die Spannung und die Aufgaben. Unter Anderem hatten wir ein echt episches schwedisches Midsommer Fest. (wenn es mit A geschrieben wird, bitte korrigiert mich)

So einige angenehme und auch unangenehme Geschichten sind dort geschehen, unter anderem waren 90% der Schweden am Ende unfähig selbsständig zu laufen oder sind im Fluss herumgewatet und haben dabei ihr Telefon funktionsuntüchtig gemacht. Nunja wir sind auch schön um den Maypole oder wie-auch-immer dieses Kreuz genannt wird (stellt einen in die Erde gerammten Penis dar) getanzt, haben Brennball, Frisbee, Kubb und natürlich auch Flunkyball gespielt. Für zarte japanische Mädchen war Flunkyball allerdings ein bisschen zu viel des guten, auch wenn es nur kleine Biere waren…

Festivitäten

Festivitäten

Zum Titel dieses Artikels:

Mein Tutor hat mir heut nach Nachfrage erzählt, dass man in Japan bis zum Abschluss der Mittelschule nicht sitzenbleiben kann, egal wie wenig man kommt. Erst ab der High School (ab 16) gibt es das. Und wenn man möchte, kann man also schon mit 15 mit der Schule aufhören. Klingt für mich schon sehr nach Waldorf

Verfasst von: myrrdin | Juni 18, 2009

Deutsches Bierfest

Seit langem mal wieder was neues von mir. Die Zeit eilt und deshalb bin ich sehr damit beschäftigt jede Sekunde zu genießen. So auch mein Geburtstag vor zwei Tagen.

Allen Gratulanten vielen Dank übrigens.

So nun zu etwas interessantem. Letzte Woche war German Beer Fest in Sendai. Diese Oktoberfest Firma organisiert dieses Bierfest in Japan als sozusagen Wanderzirkus. Das gar nicht Oktober ist, spielt keine Rolle. Hier zur Seite der Geschichte.

Davor war die große Gaudi auch schon in Tokyo, was man auch bei Tabibito nachlesen kann- Hier

Bei uns haben sie leider keine Mass verkauft, nur 500 ml Weizen und Bitburger in ansprechenden Bechern. Das Zelt war trotz regnerischem Wetter und Wochentag rappelvoll mit betrunkenen Japanern und ein paar Ausländern. Ich habe mich ein wenig mit der Musi- gruppe unterhalten die extra aus München eingeflogen wurde. Sich an dem Tag an dem man aus Deutschland ankommt sofort hemmungslos zu betrinken und das dann sicherlich eine ganze Woche jeden Tag zu wiederholen ist definitiv harte Arbeit.

Arno hat Spaß mit Japanern in seltsamen Kostümen

Arno hat Spaß mit Japanern in seltsamen Kostümen

Die Organisatoren haben massenhaft deutsche Fahnen verteilt, die frenetisch geschwenkt wurden und euren bescheidenen Autor hier, wie manche von euch sich sicher vorstellen können, über-stolz gemacht haben …

Sieht aus wie ein Politiker

Sieht aus wie ein Politiker

Nunja wir haben dann schön Polonaise getanzt und die Japaner haben es sehr genossen, bis dann wie üblich in Japan um 21 Uhr Zapfenstreich war und alle nach Hause gehen mussten. Ende Gelände. Nunja wie immer bei hirnlosen Massenveranstaltungen hatte ich ordentlich Spaß, was dann auch darin resultierte, dass ich 5 Tage krank war danach…

Ja ich sag mal lieber nichts...

Ja ich sag mal lieber nichts...

Verfasst von: myrrdin | Mai 26, 2009

Yamadera Trip

Wenn man meinen Blog so liest könnte man ja glatt denken, dass ich hier nur am rumreisen bin. Nun so ganz richtig ist das nicht. Ist eher Feldforschung …

Mein Statement: Japaner lieben Beton. Es sind (und nun setzen sie sich bitte hin) in ganz Japan nur 3 von 30 000 Flüssen nicht reguliert. Selbst die entlegensten Flüsschen werden einbetoniert.

Gut zu sehen ist das an dem Beispiel des kleinen Flüsschen an dem wir von Oshiroyama nach Yamadera gelaufen sind um uns den namensgebenden Bergtempel anzuschauen.

Tolle sinnvolle Betonkante im Bergfluss

Tolle sinnvolle Betonkante im Bergfluss

Der Weg durch den kleinen Canyon war ereignisreich und relativ naturnah, was man in Japan sehr zu schätzen lernt. Das Grün der Bäume (genauso wie die Blüten im Frühling und das Rot im Herbst) ist wirklich sehr stark (intense) und echt schön.

auch jetzt gibt es noch unterschiedliche Farben zu bestaunen

auch jetzt gibt es noch unterschiedliche Farben zu bestaunen

Nach Tausend Stufen durch einen uralten Pinienwald kommt man in dem Tempel an, der allerdings nach Kyoto und Nara nicht so der Reißer ist. Die Fotos unten sind alle besonders trickreich aufgenommen um die unvermeidbaren Stromkabel nicht mit auf das Bild zu bekommen. In Japan sind alle Stromkabel (wage ich mal zu behaupten) oberirdisch angelegt, was das Landschaftsbild arg verschandelt. Ich schätze dies liegt an den alljährlichen 1000 Erdbeben und der Vorstellung nach einem solchen einen Kabelbruch zu suchen…

Yamadera

Yamadera

Verfasst von: myrrdin | Mai 26, 2009

Japanische Arbeitsmoral

Ist ja eigentlich nichts neues aber ich war heute mal wieder sehr beeindruckt von der japanischen Arbeitsmoral. Wann haben Japaner eigentlich ein Leben? Als Schüler müssen sie lernen um durch die schweren Eintrittsprüfungen zu kommen. Als Student hängen sie bis nachts im Labor. Als echter Arbeiter ist es sowieso vorbei.

Ich war heute bis 21:30 Uhr im Labor und hab mein Experiment gemacht. Mein Tutor will mit einem anderen Kollegen sowieso ein anderes Experiment machen und hat deshalb angeboten mein Experiment über Nacht weiterzumachen. Es besteht eigentlich nur aus warten, da jeder Batch 30-50 Minuten Zeit braucht. Jedenfalls bleibt er also heute mal wieder über Nacht im Labor. Ich kann sowas nicht glauben.

Hier noch ein sehr schönes Foto, aufgenommen von Chris in Osaka.

n37903657_30774589_7060717

Verfasst von: myrrdin | Mai 17, 2009

Besonderer Tag

Wie letztes Jahr auch schon hatten wir diesen Freitag eine spezielle Unterrichtsstunde im Aikido von Moriteru Ueshiba, dem Enkel des Gründers Morihei Ueshiba und derzeitigem Aikido Doshu – also Großmeister.  Weil er natürlich nicht wusste was wir schon können (es gibt schon große Unterschiede, je nachdem wer schonmal was Budo mäßiges gemacht hat oder eben nicht) und weil wir ihm dummerweise gesagt haben, dass wir alle japanisch können (…) war der Lerneffekt nicht supergroß jedoch trotzdem wunderbar vorhanden ^_^

Hier seine Abschluss performance für uns.

War echt was besonderes, danke dafür Tohoku Daigaku!

var 021

Ältere Artikel »

Kategorien